Figeac
Im Osten des Départements Lot befindet sich die Stadt Figeac, die reich an Geschichte und kulturellem Erbe ist.
Figeac: reich an Geschichte und Kulturerbe
Am Ufer des Flusses Célé hat sich Figeac als kleines mittelalterliches Städtchen entwickelt und ist heute dynamischer Sitz des Landrates, wo sich zahlreiche Industrien, vor allem der Luftfahrt, angesiedelt haben.
Der Ursprung der Stadt geht bis ins Jahr 830 zurück, bis zu dem Tag, an dem Pippin der I. von Aquitanien die Abtei Saint-Sauveur gründet. Figeac wächst und erfährt ab dem 12. Jahrhundert einen bedeutenden Aufschwung mit großer Händleraktivität, die durch die Lage der Stadt begünstigt wird. Noch heute profitiert die Stadt, die auch wichtige Etappe entlang des Jakobsweges ist, von ihrem zentralen Platz an der Kreuzung des Lot, des Cantal und des Aveyron.
Figeac mit seinem außergewöhnlichen Kulturerbe, Zeuge einer reichen Vergangenheit
Figeac verdient seinen Titel als Stadt der Kunst und der Geschichte und seinen Platz unter den 18 „Grands Sites“ (große Sehenswürdigkeiten Frankreichs) der Midi-Pyrénées. Die Stadt verfügt noch immer über zahlreiche, intakte Gebäude aus dem Mittelalter, darunter Kirchen, Wohnhäuser und selbst einige Straßen, die ihren einstigen Charakter bewahrt haben. Unter den religiösen Gebäuden sind die berühmtesten die Kirche Saint-Sauveur, eine Pilgerkirche, die 838 gegründet wurde und die Kirche Notre-Dame-du-Puy, eine romanische Kirche, die als Sitz des Jakobiner-Ordens diente. Auch finden wir viele mittelalterliche Häuser, die das reiche architektonische Erbe präsentieren. Sie gehörten einst reichen Händlern und Kaufleuten mit ihren Arkaden, den behauenen Fassaden und dem sogenannten „solelho“, einer Art Dachboden, die als Kornspeicher fungierten. Die schönsten Beispiele sind die Maison du Griffon auf der Place Champollion, das älteste noch bestehende Wohnhaus der Stadt, direkt gegenüber das Haus, das „La Monnaie“ („die Münze“) genannt wird und ein paar Straßen weiter das Palais Balène.
Für jeden Besucher gibt es zahlreiche Entdeckungen in Figeac, denn diese sympathische, mittelalterliche Stadt beherbergt unzählige sehenswerte Monumente und historische Sehenswürdigkeiten. Wie alle mittelalterlichen Städte in Frankreich, verfügt auch Figeac über einige Brücken: den Pont du Pin, den Pont Gambetta und den Pont du Gué. Doch Figeac hält auch ein paar Bauwerke bereit, wie man sie nur hier findet. Haben Sie schon einmal von den „Aiguilles“, den „Zeigern“ oder „Nadeln“ gehört? Es handelt sich dabei um zwei große Steinobelisken, die sich im Umland der Stadt befinden: die Aiguille du Cingle und die Aiguille de Lissac oder de Nayrac. Die Stadt hat noch mehr Überraschungen zu bieten, wie beispielsweise die Place des Écritures und die Place Carnot.
Die Place des Écritures – der Platz der Schriften
Auf dem Platz der Schriften in Figeac ist der Boden mit einer gigantischen Reproduktion des Steines von Rosette bedeckt mit den drei eingravierten Schriften: Hieroglyphen, Demotisch und Altgriechisch. Die Place des Écritures ist das Werk von Joseph Kosuth und wurde im Rahmen einer öffentlichen Bestellung durch das Kulturministerium der Stadt Figeac im Jahre 1990 erschaffen, zum Anlass des zweihundertjährigen Geburtstages von Champollion, des bedeutenden französischen Sprachwissenschaftlers.
Das Champollion-Museum
Als Geburtsstadt Champollions, des berühmten Entdeckers und Entzifferers der Hieroglyphen, setzt Figeac dem Wissenschaftler ein Denkmal in Form eines sehr schönen Museums. Jean-François Champollion wurde am 23. Dezember 1790 in Figeac geboren. Er war der renommierteste Hieroglyphen-Entzifferer und unumstritten das berühmteste Kind der Stadt, die ihm zu Ehren ein Museum der Schriften der Welt errichtete. Jedes Jahr findet eine äußerst originelle Ausstellung zum Thema des Schreibens statt.
Mehr als eine Stadt… ein ganzes Land der Kunst und der Geschichte
Im Jahre 1990 erhält Figeac den Titel der „Stadt der Kunst und der Geschichte“. Heute ist Figeac die Hauptstadt eines ganzen „Landes der Kunst und der Geschichte“, das durch das Kulturministerium im Dezember 2017 offiziell anerkannt wurde. Als glücklicher Preisträger hat „Le Grand Figeac“ zusammen mit den Tälern des Célé und des Lot diese Auszeichnung für das komplette Ensemble seines Territoriums erhalten. Grand Figeac ist seither Mitglied des geschlossenen Vereins des nationalen Netzwerkes der „Städte und Länder der Kunst und der Geschichte“, von denen es 189 in Frankreich gibt.
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